1. Hamburger Familienmeisterschaft
„Von Dresden lernen!“ Das könnte die Devise des Hamburger Schachfestivals sein, da es nach einem Break von vier Jahren im 175. Jubiläumsjahr des HSK wieder auferstanden ist und künftig non-stop leben will. Der Dresdner Schachfestival e.V. ist vorbildlich im Teamwork und in seinen Planungsstrategien, auch sein Veranstaltungsprogramm ist anregend. Die Dresdner Familienturniere sind seit Jahren Tradition, wir der HSK hat sie in diesem Jahr mit großem Erfolg in seinen Schachwochen in den Hamburger Einkaufszentren aufgenommen, also durfte ein Familienturnier im Rahmen des Hamburger Schachfestivals nicht fehlen. Und der Start war ermutigend! Zum Meldeschluss um 16.45 waren es dreißig Mannschaften, aber es wurden immer mehr, und die Turnierleitung verzichtete auf alle Bürokratie und ließ alle zu, die sich eigentlich verspätet meldeten.
Schließlich trafen 41 Mannschaften sich im Foyer der Sporthalle Alsterdorf - „echte“ Familien und auch ein paar Lebensgemeinschaften, deren „Preiswürdigkeit“ zum Glück nicht erörtert werden musste, weil die Familien die Preisränge belegten und sich sowieso alle vertragen hätten. Selbst heftige Vater-Sohn-Dialoge wie zwischen Felix und Wolf Alebrand gingen anders aus als in E.O. Plauens Bildergeschichte: „Papa, Du musst blitzen!“ (lautstark) - „Ich kann doch nicht blitzen!“ - „Dann musst Du eben schneller spielen!“ Doppeltes Happyend: Die Gegnerin überschritt die Zeit, sie war eben auch nicht schnell genug, und der bei der Siegerehrung zitierte Dialog amüsierte alle Teilnehmer, Erwachsene wie Kinder gleichermaßen.
Besorgte Gesichter zeigten nur Mütter und Großmütter ob der Länge des Turniers, das mit sieben Runden à dreißig Minuten und den notwendigen Organisationspausen bis zur Siegerehrung doch bis nach 21.30 Uhr dauerte - und kein mitspielendes oder auch nur kiebitzendes Kind wollte sich ins Bett abtransportieren lassen. Aber schließlich gewöhnten sich alle an fast südliche Lockerheit mit Kindern und genossen das Familienfest im Hamburger Schachfestival.
Aber was ist das für ein Artikel? Muss nicht die wichtigste Nachricht schon im ersten Absatz stehen? Aber ist die Top-Nachricht wirklich, wer das Turnier gewonnen hat? Für mich war am wichtigsten das Wiedersehen mit Gerd Moritz, der mich 1955 in der Hamburger geschlagen hat und Hamburger Meister geworden ist. Sein Sohn Dr. Holger Moritz, einer der Schiedsrichter unserer Turniere, hatte ihn zum Mitspielen überredet, und so hätte es in der letzten zu einer Revanche kommen können, wenn meine Tochter nicht lieber mit Merijn van Delft gespielt hätte … Vaterschicksal. Wichtiger in der Tat als die Turnierergebnisse sind das angenehme Miteinander aller Teilnehmer und der reine Schachspaß Familienturnier!
Dennoch sollen die Ergebnisse nicht ganz fehlen. Gewonnen haben zwei der sechs Titelträger im Feld:
1. FM Peter Jürgens und WGM Vera Jürgens vom SK Nienburg mit 12:2 / 11 aus 14
2. Hans Christian und Janina Maria Stejskal vom HSK mit 10:4 / 10 / 61,0
3. IM Michael Kopylov und WIM Ljuba Kopylova mit 10:4 / 10 / 59
Malte Colpe wurde mit seinem Bruder Helge Vierter, erwischte aber eine ChessBase-CD als Brettpreis.
ChessBase-CD’s als Preise in einer Familienmeisterschaft müssen per definitionem gemeinsam genutzt werden. Das gilt auch für die Preise für „Amateur-Teams“, die von den Familien Herbold und Mandelkow sowie den Schachbären Daniel und Julian Grötzbach abgeräumt wurden.
Brettpreise erhielten außer Malte noch: Peter Drost, Christian Lohrie und Lasse Böhme - diese Angaben sind jedoch ohne Gewähr und müssen vielleicht mit Hilfe unserer Leser überprüft werden …
1. Hamburger Familienmeister: FM Peter Jürgens (l.) und WGM Vera Jürgens mit
Christian Zickelbein
Vizemeister: Janina und Hans Christian Stejskal!
HSK Jugend Grußbuch:
Am 04.10.2005 00:23 schrieb HaChri aus Barmbek:
Ich grüße meine Lieblingsschwester, mit der ich gestern Hamburger Familienvizemeister werden konnte!
3. Platz für WIM Ljuba Kopyova und IM Michael Kopylov
Text und Fotos: Team Hamburger Schachfestival