3. Klaus-Junge-Open - 5. Runde
Dramatische Szenen spielten sich heute im Klaus-Junge-Open ab. In der letzten Partie des Tages rangen Alexander Riazantzev und Thies Heinemann verbissen um den vollen Punkt. In Alexanders Zeitnot versuchte Thies mitzublitzen und wurde hierfür bitter bestraft. Besser machten es GM Namig Gouliev und Youri Solodovnichenko, die gegen Danilo Milanovic und Xander Wemmers gewannen. An Tisch 1 kommt es damit heute zum Aufeinandertreffen der beiden letzten Spieler mit 5/5, wir hoffen auf einen großen Kampf und keine schnellen Friedensverhandlungen …
Keine große Lust zum kämpfen
hatten gestern die GMs Alexander Kovchan und Evgenij Miroshnichenko.
Ebenfalls nicht auf Kampf eingestellt war Jens Uwe Maiwald: „Das Ergebnis
ist okay, aber ich weiß auch, das ich gegen einen 2600er nie wieder so gut nach
der Eröffnung stehen werde. Aber ich kann halt nicht auf matt spielen und bin ein
alter Mann. David Baramidze hätte sicher innerhalb von 20 Zügen
gewonnen.“, kommentierte der 31jährige Dresdner Großmeister seine Partie. Der
erwähnte David hatte allerdings selber genug damit zu tun, seine Verluststellung gegen FM
Martin Voigt in einen ganzen Punkt umzuwandeln. Nach vollbrachtem Werk waren
leider alle Analysebretter besetzt, aber Davids Gastgeber Bernd Schramm wollte
doch so gerne seine Partie analysieren. Was tun? Die beiden entschieden sich
für die große Variante und wichen einfach auf das Gartenschach aus.
Die Heldin der 4. Runde, die Griechin Yelena Dembo, hatte gestern gegen Robert Kempinski keine
Chance und musste relativ schnell die Waffen strecken.
Aber auch in dieser Runde wurden einige Großmeisterskalps gesammelt. IM Piotr Murdzia
„erlegte“ Milos Perunovic und IM Michael Kopylov gewann gegen GM Edvins Kengis, der in
ausgeglichener Stellung einen Zug machte: „von dem ich wusste dass es schlecht ist“
und Helmuth Reefschläger war nach eigener Aussage „zu feige“ und
nahm das Remisangebot von GM Stelios Halkias an, nachdem er ihn strategisch bereits völlig
überspielt hatte. Sehr stark auch die Vorstellung von Niclas Huschenbeth, der FM
Fred Hedke klar bezwang, sowie Michael Ewaldt, der FM Gerd Putzbach besiegte.
Malte Colpe besiegte Jamshid Atri Sangari in einer völlig
unklaren Partie und am Nebenbrett konnte Vadym Salenko seine Gewinnstellung
gegen Felix Beyer nicht in einen Punkt ummünzen, 50 Sekunden blieben ihm, um
seinen 40.Zug auszuführen, leider hatte er diese Situation falsch
eingeschätzt und überschritt die Zeit. Einen ganz wichtigen Sieg landete Arne
Bracker, der gegen den Niendorfer Eggert Lindschau gewann und damit wieder ins
Turnier zurück findet.
Wieder nach vorne gespielt hat sich auch Fabiano Caruana,
der den Deutschen Meister U18 sicher im Griff hatte und nun mit
Alexander Kovchan seinen zweiten GM bekommt, sollte er gewinnen, stehen die
Chancen auf eine GM Norm nicht schlecht. Xander Wemmers, der seine letzte IM-Norm
machen wollte, verlor heute unglückliche gegen Youri Solodovnichenko und
muss nun mit Schwarz gegen GM Andrei Shchekachev antreten.
Zum Duell der HSK Talente kommt es an Tisch 121 zwischen Beini Ma und Frank Bracker.
2. Walter-Robinow-Turnier - 5. Runde:
Hart umkämpftes Remis am Spitzenbrett
Mit Spannung war das Gipfeltreffen zwischen Lennart Colpe und Herwarth Ernst erwartet worden und das Duell hielt was es versprach. Herwarth machte viel Druck und war dem Gewinn sicher sehr nah. Aber Lennart verteidigte sich sehr genau und konnte den halben Punkt festhalten. Somit hat nun kein Spieler mehr 100%. Zu Herwarth und Lennart schließen nun die ersten Verfolger auf. Edgar Assmus hatte eine sehr solide Position gegen Petra Morgenstern aufgebaut, bot Remis an, aber das ist mit den Damen von heute nicht mehr zu machen. Am Ende ließ bei Edgar die Konzentration etwas nach und so verlor er seine Partie. Ebenfalls 4,5/5 haben noch Werner Voss von Caissa Rahlstedt und Hauke Knop vom SKJE. Leider musste Christian Walther wegen Erkältung vom Turnier zurücktreten und so kam Björn Hackbarth zu einem kampflosen Punkt und kann heute mit voller Energie angreifen.
Ein gutes Turnier hat offensichtlich auch Thomas Richert erwischt, der bisher 4 Partien gewann (heute gegen den deutlich stärker eingeschätzten Thomas Meyer), nur gegen Herwath verlor und ist nun lediglich einen halben Punkt hinter der Spitze.
Und dann haben wir natürlich die Girlpower im Walter-Robinow-Turnier. Nina Höfner griff Sigurd Struwecker heftig an, es war wohl nicht alles hundertprozentig korrekt, aber am Ende schlug die Attacke durch. Die Partie von Katja Stellwagen hat sie selber kommentiert und auch Kirsten Luft punktete voll und kommt nun auf 4/5. Damit haben wir 4 Damen unter den ersten 10 Spielern.
Eine weitere Überraschung ist der DWZ-lose Ralf Blittkowski, der die letzte Runde nicht spielen konnte und seit dem aber alle Partien gewann, morgen geht es gegen den ausgeruhten Björn Hackbarth. Seiner Chance hinterher trauerte Andre Ahrens, der gegen Carlos Diz Suarez lange Zeit total auf Gewinn stand und dann doch in die Punkteteilung einwilligen musste. Die Mitfavoriten Ibrahim Cupina und Jörg Schwarzkopf remisierten gegen die Außenseiter Peter-Kristian Finck und Matthias Lohrie.
Text: Team Hamburger Schachfestival