6. Runde im 3. Klaus-Junge-Open
So langsam bricht die Zeit der kurzen Remisen ab, aber eine ganze Reihe von Großmeistern ist durchaus bereit kräftig zu kämpfen. Schnell einig waren sich Yelena Dembo und Eduardas Rozentalis, Michael Kopylov und Vereslaw Eingorn. Michael warte mit seinem Remis seine guten Chancen auf eine GM-Norm. Aber austrudeln kann er sich noch lange nicht. Am Spitzenbrett lehnte Yuri Solodovnichenko eine Friedensofferte ab, um drei Züge später selber anzubieten, Namig Gouliev nahm dankend an.
Wesentlich länger musste Piotr Murdzia kämpfen, um den halben Punkt gegen Vladimir Potkin festzuhalten, auch Piotr liegt noch voll auf GM-Norm Kurs. Als dritter im Bunde hat IM Danilo Milanovic (Foto unten l.) Chancen auf eine Norm zum Großmeister. Gestern bezwang er die Nummer 1 des Turniers Evgenij Miroshnichenko in einer wahren Seeschlange. 129 Züge, davon 50 innerhalb von nur 5 Minuten Restbedenkzeit brauchte Danilo, dann reichte „Miro“ die Hand zur Aufgabe.
Am 2. Brett fighteten der Holländer Friso Nijboer und Robert Kempinski lange um den vollen Punkt, beide boten einmal die Punkteteilung an, doch es war noch zu früh. Am Ende konnte aber doch keine Seite mehr Fortschritte machen. Friso kam danach zur Live-Analyse und erläuterte seine Gedanken ausführlich den neugierigen Zuschauern. Auch Dorian Rogozenko und Alexander Riazantzev versuchten einiges und teilten dennoch den Punkt. Somit verteidigen Youri und Namig ihre Führung von einem halben Punkt, aber die Gruppe der Verfolger ist wesentlich größer geworden. Neben Danilo kommen nun auch Lubomir Ftacnik, Vladimir Baklan, Anatoli Donchenko und Andrej Shchekachev, sowie Alexander Kovchan, Jens-Uwe Maiwald und Sebastian Siebrecht auf 5 Punkte aus 6 Partien. Überraschend sicherlich der Sieg von Jürgen Stanke gegen IM Klaus Berg, die 2. Bundesliga-Mannschaft ist weiterhin schwer in Form. Ebenso wie Niclas Huschenbeth (13 Jahre alt, siehe Foto unten), der mit Martin Zumsande seinen zweiten FM in Folge schlug.
Heute hat er Weiß gegen Yelena Dembo, und wird sicher wieder voll auf Angriff setzen. Das amerikanische „Wunderkind“ Fabiano Caruana wurde heute Morgen bei seinem Gastgeber Stefan Schnock vom Hamburger Abendblatt besucht, gegen Alexander Kovchan gab es heute trotzdem nichts zu ernten, dafür beweist Fabiano Trainerqualitäten. Stefan schlug mit einer vorbereiteten Variante Manfred Krönke und ist nun mit 3,5 Punkten wieder im Soll. Schwer enttäuscht war unser Spitzenbrett der HSK U16 Mannschaft Frank Bracker. Sein altes Problem, die Zeiteinteilung, war mal wieder ein Problem gegen die nachkommende HSK Generation. Beini Ma nutzte die Zeitnotphase und setzte Frank plötzlich matt. Nach seinem Sieg gegen den Großmeister Thomas Ernst läuft irgendwie nichts mehr zusammen. Aber es sind ja noch 3 Runden und es ist noch vieles möglich. So wie für den Überraschungsmann der letzten HET. Lew Sternberg, der mit einer DWZ von etwas über 1900 völlig überraschend geteilter Erster gemeinsam mit FM Hauke Reddmann wurde, gewann gestern gegen den jungen Rüdersdorfer Bernhard Rutschke und liegt nun bei guten 2,5/6.
6. Runde: Dramatische Duelle im 2. Walter-Robinow-Turnier
Die ersten sieben Spieler trennt nur ein halber Punkt. Die Spitzenpaarung zwischen Lennart Colpe und Petra Morgenstern (Foto unten) war ein offenes Gefecht. In einer Benonistellung sah sich Lennart schnell unter Druck gesetzt. Die Zuschauer rechneten bereits mit einer einseitigen Begegnung, aber während Petra einen Turm einsammelte, bildete Lennart ein gefährliches Freibauernpaar auf der b- und c-Linie und damit verbunden gefährliches Gegenspiel. Nach langem Kampf entstand ein Endspiel Turm gegen Springer bei jeweils einem g-Bauern. Sicherlich Remis, aber Petra erwies sich als konditionsstärker und gewann den letzten schwarzen Bauern und damit die Partie.
Hauke Knop löste seine Aufgabe wesentlich souveräner. In einer französischen Partie war es schnell ein Spiel auf ein Tor. Nach 23 Zügen hatte der bisher sehr stark aufspielende Kirsten Luft eine Figur weniger und gab auf. Hauke und Petra liegen damit gemeinsam in Führung und tragen heute die nächste Spitzenpaarung aus.
Die Meute der Verfolger wird aus 5 Spielern gebildet, Herwarth Ernst und Werner Voss, die sich gestern nicht zu sehr weh tun wollten und remis spielten, Kelly Liau, der eine gute Partie gegen Nina Höfner gewann, die DWZ-losen Ralf Blittkowski und Simon Henke. Alle fünf Spieler haben bisher fünf Punkte erspielt.
Dahinter eine Gruppe von neun Spielern, die alle 4,5 Punkte haben, darunter Matthias Lohrie. Matthias gewann gestern relativ schnell gegen Jörg Schwartzkopf, der sich nach verpatztem Start wieder nach oben spielte und nun erneut angreifen musste.
Text und Fotos: Team Hamburger Schachfestival