Mit zwei Podiumsplätzen in der Meisterklasse und der Frauen-Meisterklasse blicken wir auf eine tolle Schachwoche in Dresden zurück und beglückwünschen zuallererst den Deutschen Schachbund und das gesamte Organisationsteam – auch der DSAM natürlich – zu einer wirklich erstklassigen Veranstaltung. Es hat sehr viel Spaß gemacht, dem ganzen aus der Ferne zuzuschauen und es war eine ganz tolle Werbung für den Schachsport!
Bevor am heutigen Sonntag noch geblitzt wird, fand der Schachgipfel gestern mit einem Gala-Diner und der Siegerehrung einen festlichen Abschluss. Bei der Deutschen Frauenmeisterschaft konnte IM Sarah Papp glücklich den Preis für den 3. Platz entgegennehmen. Ein sehr starkes Turnier von Sarah, mit 6 aus 9 und einer Performance von 2360 meldet sie sich in der Spitze des Deutschen Frauenschachs zurück. Herzlichen Glückwunsch liebe Sarah!
Sarah Papp schlug in der letzten Runde mit Weiß Lisa Sickmann, die das harte Turnier, in dem sie aber sicher viel für zukünftige Meisterschaften gelernt hat, mit 1,5 Punkten auf dem 9. Platz beendet. Parallel gelang FM Lara Schulze mit Weiß die Sensation: sie schlug die Top-Favoritin, IM Dinara Wagner, die damit auf den 4. Platz zurückfiel. Lara Schulze sicherte sich damit mit 6,5 Punkten den ungeteilten Vizemeistertitel und sie ebnete WGM Jana Schneider den Weg zum Titel, die aber natürlich die Hauptarbeit selbst erledigte: starke 7 aus 9 und ein Schlussrundensieg gegen WGM Kateryna Dolzhykova bedeuten den verdienten Meistertitel!


Alle Partien und Berichte sind auf der Seite des Schachgipfels abzurufen, der Bericht zur 9. Runde findet sich hier.
Bei den Männern lief es in der letzten Runde leider nicht so optimal wie bei Sarah, aber auch hier konnte sich GM Luis Engel am Ende sicher über seinen 3. Platz und damit den Sprung aufs Podium freuen!
In einer spannenden 9. Runde hatte es Luis Engel als Weißer mit GM Alexander Donchenko und GM Leonardo Costa mit GM Dmitrij Kollars zu tun – diese beiden Führenden hatten 5,5 aus 8. Und beide zeigten Nerven, Luis jedoch mehr als Leonardo. In einem geschlossenen Sizilianer war Dmitrij Kollars vielleicht zwischenzeitlich leicht im Vorteil, Leonardo hielt es aber gut aus und erreichte bald nach der Zeitkontrolle eine Zugwiederholung. Luis hatte sich in der Caro-Kann-Theoriediskussion einen leichten Vorteil erspielt, lies dann aber den Ausgleich zu und übersah dann im 31. Zug eine ziemlich schmerzhafte Taktik und stand danach auf Verlust. Parallel spielt dann noch IM Bennet Hagner gegen IM Tobias Kügel Remis, so dass die Turnierüberraschung aus Baden-Baden ebenfalls auf 5,5 Punkte kam und sich dann der besseren Wertung den Vizemeistertitel sicherte. Herzlichen Glückwunsch an diese beiden Youngsters, besonders natürlich an unseren ehemaligen Bundesligaspieler Leonardo, die die etablierten Kräften im Deutschen Schach auf die Plätze verwiesen.

Luis ist schon ein paar Jahre älter als die beiden Youngsters, er liegt zwischen den beiden Gruppen: unsere beiden anderen Bundesligaspieler, GM Rasmus Svane und GM Niclas Huschenbeth, beendete das Turnier mit 5 bzw. 4 Punkten auf dem 6. und dem 7. Platz. Rasmus gelang dabei das Kunststück, in der letzten Runde seinen ersten ganzen Zähler einzusammeln, nachdem er zuvor 8 Mal friedlich war. Niklas hatte ein etwas härteres Finish, aber nach zwei Niederlagen in den Runden 7 und 8 gelang ihm dann immerhin noch ein Schwarzremis zum Abschluss gegen GM Dennis Wagner.


Bericht über die letzte Runde auf der Turnierseite.
Bericht von Martina Gerdts auf Chessbase mit Links zu den Partien und Interviews.

Bei der Deutschen Seniorenmeisterschaft 65+ spielte IM Evgueni Chevelevitch mit und erreichte 5 Punkte. Nach schwierigem Start mit 2,5 aus 5, machte er dann 2,5 aus 4 und wurde am Ende 78. Einen tollen Erfolg feierte GM Rainer Knaak, der mit 8 aus 9 ungeteilt Deutscher Meister wurde – herzlichen Glückwunsch. Zur Tabelle bei Chess-Results.
Beim Deutschen Pokal und in den Final-Gruppen der DSAM lief es für die HSK’ler leider nicht so gut in den letzten Runden:
FM Bahne Fuhrmann musste nach klasse Start in der 4. Runde eine Niederlage einstecken und ließ in der 5. Runde austrudeln – er landete auf dem 14. Platz.

In der A-Gruppe verlor Robert Engel an Tisch 2 in der letzten Runde gegen den an Nr. 3 gesetzten Benedikt Huber und landete am Ende mit 3 aus 5 auf dem 8. Platz. In der B-Gruppe verloren Jamshid Atri und Julian Braun ebenfalls und wurden 21. bzw. 44. Auch Julian Wartenberg und Dmitij Bezverkhiy in Gruppe E und F verloren und fielen auf Platz 12 bzw. Platz 45 zurück. Sehr schade für Julian, der mit 3 aus 4 eine gute Ausgangsposition vor der letzten Runde hatte.
Alle Ergebnisse und Details hier.
