Dreißig Grad, schwül, kein Lüftchen. Kein Wetter, an dem man freiwillig stundenlang über dem Schachbrett brütet. Unsere jungen Talente haben es am Sonntag, den 28. Juni trotzdem getan, und das mit erstaunlicher Ausdauer. Der Schweiß lief, die Konzentration blieb.
Geleitet hat den Tag erneut Großmeister Dr. Karsten Müller, einer der weltweit renommiertesten Endspielexperten und 2007 vom Deutschen Schachbund als Trainer des Jahres ausgezeichnet. Anders als beim letzten Workshop ging es diesmal nicht ums Endspiel, sondern um die Spielertypen. Das Thema stammt aus seinem gemeinsam mit Luis Engel geschriebenen Buch und dreht sich um eine Frage, die jeder Spieler kennt, ohne sie sich oft bewusst zu stellen. Bin ich eher der Angreifer oder der Stratege, und was bedeutet das für meine Partien? Wer seine eigenen Stärken und Schwächen kennt, trifft am Brett die besseren Entscheidungen.
In zwei Trainingseinheiten, unterbrochen von einer Mittagspause, arbeitete die Gruppe an genau diesen Fragen. Mit dabei waren Bennit Tietz, Cornelius Möller, Jonathan Busch, Raphael Menke, Leopold Peters, Timofey Arkhipov, Simon Heins, Leon Haertel, Maximilian Gretzinger, Jakob Marx und Alexander Winklmann – alle mit einer DWZ zwischen 1500 und 2000. Trotz der Hitze zogen alle voll mit.

Für die Stärkung zwischendurch sorgten Cornelius Möller und Bennit Tietz. Die beiden hatten nicht nur den Workshoptag als Orga-vor-Ort-Duo begleitet, sondern auch die Küche. Es gab Pasta Bolognese und, dem Wetter angemessen, Wassereis zur Abkühlung. Mit angepackt hat außerdem Alexanders Mutter Angelica Winklmann. Vielen Dank an alle drei für die Unterstützung.
Auch sonst verlief der Tag ohne Reibungsverluste. Pünktliche Teilnehmer, funktionierende Technik, klare Absprachen mit den Eltern im Vorfeld. Die kleine Gruppengröße hat sich wieder bewährt, weil sie ein intensives Training mit Raum für jeden Einzelnen erlaubt.
Wir freuen uns über die positive Resonanz und haben schon die nächsten Formate im Kopf (dann vermutlich bei -20 Grad im Winter). Wenn die Kinder selbst bei dieser Hitze so motiviert dabei sind, weiß man, dass die Nachwuchsarbeit auf dem richtigen Weg ist.